|
Lehrangebote der Hochschule |
|
|
|
DI Anna Liebhard-Wallner, Vorsitzende der Studienkommission
Absolventen und Absolventinnen früherer Jahrgänge,
künftige Arbeitgeber und Angehörige der jeweiligen
Berufsgruppe sehen neuen bzw. veränderten Ausbildungen
zumeist mit großen Erwartungen entgegen. Wird sich die
Ausbildung verbessern? Sind alle aktuellen Entwicklungen
im Studienplan berücksichtigt? Wurde die Charakteristik
dieser Ausbildung beibehalten? Ist nichts Wesentliches
verloren gegangen? Werden die künftigen Studierenden
entsprechend vorbereitet, um den Berufsalltag gut meistern
zu können und wurde der Studienplan gleichzeitig auf die
wesentlichen Inhalte reduziert? – Viele Anforderungen und
Erwartungen, die alle ihre Berechtigung haben, die jedoch
auch teilweise widersprüchlich sind.
Die Studienkommission der Hochschule für Agrar- und
Umweltpädagogik hat in 25 Sitzungen innerhalb eines
Jahres unter Berücksichtigung der Vorgaben durch Gesetze
und Verordnungen und unter Einbeziehung der Anforderungen,
Ideen und Wünsche der Stakeholder ein Curriculum
erstellt.
Diese Anforderungen aus der Praxis wurden mit den
VertreterInnen der einschlägigen Bereiche in Workshops
erarbeitet und bilden einen tragfähigen Grundstock für die
inhaltliche Gestaltung der neuen Ausbildung.
Was sind nun die Eckpunkte der neuen Ausbildung?
Lehramt für Land- und Forstwirtschaftliche Schulen
- Die Studierenden erwerben mit der Ausbildung das
Lehramt für land- und forstwirtschaftliche Berufs- und
Fachschulen bzw. für den Fachbereich Agrar und Umwelt
an Höheren Land- und Forstwirtschaftlichen Schulen.
Lehrbefähigung für Fachbereiche
- Im Gegensatz zur bisherigen Ausbildung wird die Lehrbefähigung
für ein Studienfach sowie für eine Fachgruppe
erworben.
- Als Studienfächer stehen zur Wahl: Bewegung und Sport,
Deutsch, Englisch und Mathematik.
- Im Bereich der Fachgruppe können die Studierenden
zwischen Agrarwissenschaften, Ernährungs- und Haushaltswissenschaften
und Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit
wählen.
- Das Studienfach und die Fachgruppe wählen die Studierenden
zu Studienbeginn, wobei diese Entscheidung für
die gesamte Ausbildungsdauer gilt.
- Sowohl im Studienfach als auch in der Fachgruppe
werden fachwissenschaftliche und fachdidaktische
Inhalte vermittelt, wobei sich die Fachdidaktik sowohl
auf den Einsatz in der Schule als auch in der Beratung
und Erwachsenenbildung bezieht.
- Im Bereich der Agrarwissenschaften wird das Fachwissen
durch den Besuch von Vorlesungen an der Universität
für Bodenkultur erworben. An der Universität für Bodenkultur
können die Studierenden aus einer durch das
Curriculum vorgegebenen Liste bestehend aus Grundund
Vertiefungsfächern wählen.
- Die Fachgruppen Agrarwissenschaften sowie Ernährungs-
und Haushaltswissenschaften entsprechen der
bisherigen Ausbildung und damit auch der ursprünglichen
und „allgemein gültigen“ Ausrichtung der Höheren
Land- und Forstwirtschaftlichen Lehranstalten. Mit der
Fachgruppe Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit
wird ein an Bedeutung stark zunehmender Bereich in
die Ausbildung integriert, mit dem die AbsolventInnen
für aktuelle und zukünftige Herausforderungen im
Beruf gut vorbereitet werden.
Pädagogische Ausbildung
- Ein Drittel der ECTS (1 ECTS entspricht 25 Echtarbeitsstunden
des / der Studierenden; wobei die dreijährige
Bachelorausbildung 180 ECTS umfasst, die in 125 SWS
erworben werden) ist für den Erwerb der pädagogischen
Grundlagen vorgesehen. Dabei spannt sich der inhaltliche
Bogen sehr weit: von Kommunikation, Medieneinsatz,
über Schulrecht, Gestaltung von Unterrichts- und
Bildungsveranstaltungen, von Einzelberatungen, bis
hin zu Internatspädagogik und Jugendbetreuung und
anderem.
Praktika in Schulen und Beratungseinrichtungen
- Sowohl die schul- und internatspraktischen als auch die
beratungspraktischen Studien umfassen wie bisher acht
Wochen, aufgeteilt auf jeweils drei Semester.
- Neu ist die vorgeschriebene Beurteilung der Praktika,
bei der auch die BetreuungslehrerInnen und –berater-
Innen mitwirken werden.
- Zukünftig können die Studierenden zwischen einem
vierwöchigen Auslandsaufenthalt in einer landwirtschaftsnahen
oder pädagogischen Einrichtung oder
einem sozialpädagogischen Praktikum in Österreich
wählen. Dieses Praktikum ist außerhalb der Unterrichtszeit
zu absolvieren.
- Auf Vorschlag der Studierendenvertretung der Universität
für Bodenkultur, die ebenfalls in der Studienkommission
der Hochschule mitwirkte, sind Lehrveranstaltungen
im Umfang von sechs ECTS frei wählbar, welche
aus dem Bildungsangebot der Hochschule Agrar- und
Umweltpädagogik oder einer in- oder ausländischen
Universität stammen können.
Prüfungen
- Die Ausbildung ist in 30 Module zu je sechs ECTS gegliedert,
die jeweils zwei oder mehrere Lehrveranstaltungen
umfassen. Jede Lehrveranstaltung ist individuell abzuschließen
und danach müssen die Studierenden über
jedes Modul eine Prüfung ablegen. Diese ersetzt die
bisher übliche mündliche Diplomprüfung. Im 5. und 6.
Semester verfasst jede/r Studierende eine Bachelorarbeit
zu einem selbst gewählten „agrarpädagogischen“
Thema.
Absolventen der BOKU
- Zukünftig haben die Absolventen / Absolventinnen
der Universität für Bodenkultur und vergleichbarer
Vorbildungen den gleichen Ausbildungsplan wie Maturanten
/ Maturantinnen. Aufgrund von Anrechnungen
für zuvor erfolgreich absolvierte Lehrveranstaltungen
verkürzt sich die agrarpädagogische Ausbildung dieser
Zielgruppe auf zwei Semester.
Akademischer Grad
- Den Studierenden des Lehramtstudiums wird nach positiver
Beurteilung aller im Curriculum vorgeschriebenen
Prüfungen und der positiv beurteilten wissenschaftlichberufsfeldbezogenen
Bachelorarbeit der akademische
Grad „Bachelor of Education (BEd) verliehen.
- An das Bachelorstudium kann ein zweijähriges Masterstudium
angeschlossen werden, wobei grundsätzlich
Wahlfreiheit bei der Studienrichtung gegeben ist. Allerdings
liegt die Entscheidung, ob das vorliegende Bachelorstudium
die individuellen Zulassungsbestimmungen
für die gewählte Fachrichtung erfüllt, beim Anbieter
des jeweiligen Masterstudiums.Die neue agrar- und umweltpädagogische Ausbildung
Die neue agrar- und umweltpädagogische Ausbildung
stellt einerseits an alle Lehrveranstaltungsleiter/innen
hohe Anforderungen, bietet andererseits aber auch
äußerst interessante Herausforderungen, die zum Nutzen
aller Betroffenen gerne wahrgenommen werden.
|